Von der Redaktion Bester VPN ·
VPN China: die Lage vor Ihrer Reise
Wer eine Reise nach China plant, stößt schnell auf das Thema VPN China. Viele Dienste, die Sie aus Österreich gewohnt sind, etwa Google-Dienste, sind hinter der sogenannten Großen Firewall nicht erreichbar. Ein VPN kann helfen, Ihre gewohnten Apps weiter zu nutzen, doch es gibt keine Garantie, dass es funktioniert.
China filtert den Internetverkehr sehr gründlich. Der Staat sperrt nicht nur Websites, sondern erkennt auch VPN-Verbindungen und unterbricht sie. Laut dem Wikipedia-Artikel über die Internetzensur in der Volksrepublik China brauchen VPN-Anbieter seit 2017 eine staatliche Genehmigung, und Apple musste nicht genehmigte VPN-Apps aus dem chinesischen App Store entfernen. Die Nutzung eines nicht genehmigten VPN ist dort also rechtlich eingeschränkt.
Für Sie als Reisende oder Reisender heißt das:
- Ein VPN in China kann funktionieren, aber auch tage- oder stundenweise ausfallen.
- Die rechtliche Lage ist streng. Informieren Sie sich vor der Reise und halten Sie sich an die Gesetze vor Ort.
- Planen Sie so, dass Sie auch ohne VPN zurechtkommen, etwa mit Kontaktwegen, die in China erreichbar sind.
Bester VPN für China-Reise: welche Anbieter dort noch funktionieren
Ob ein Anbieter in China funktioniert, ändert sich laufend. Entscheidend ist, ob der Dienst seine Verbindung so tarnen kann, dass sie wie normaler, verschlüsselter Webverkehr aussieht. Das nennt man Verschleierung. Ohne diese Funktion wird eine VPN-Verbindung in China meist schnell erkannt.

NordVPN mit verschleierten Servern
NordVPN bietet eine eigene Gruppe von verschleierten Servern an. Diese laufen inzwischen über das hauseigene Protokoll NordWhisper statt über OpenVPN. NordVPN kostet im 24-Monats-Tarif 3,49 € pro Monat, im Monatsabo 14,99 €.
Proton VPN mit dem Protokoll Stealth
Proton VPN hat das Protokoll Stealth entwickelt, das die Verbindung wie eine normale HTTPS-Verbindung aussehen lässt. Dazu kommt eine Funktion namens Alternative Routing, die bei gesperrten Servern über fremde Netze ausweicht. Stealth steht laut Proton auch im kostenlosen Tarif zur Verfügung. Der Bezahltarif kostet 3,49 € pro Monat bei 24 Monaten.
ExpressVPN
ExpressVPN wird oft für Reisen nach China genannt. Der Dienst kostet im 24-Monats-Tarif 2,99 € pro Monat. Wie bei allen Anbietern gilt: Ob er bei Ihrem Aufenthalt zuverlässig läuft, kann niemand vorab versprechen.
Alle drei bieten 30 Tage Geld-zurück-Garantie. Testen Sie den Dienst deshalb rechtzeitig vor der Abreise, damit Sie im Notfall noch wechseln können.
Vor der Abreise: VPN in Österreich einrichten
Der wichtigste Schritt passiert zu Hause. In China sind die Websites vieler VPN-Anbieter gesperrt, und im chinesischen App Store fehlen die meisten VPN-Apps. Proton rät in seiner Anleitung zur Nutzung von Proton VPN in China ausdrücklich, das VPN einzurichten, bevor Sie ankommen.
- Abo abschließen: Legen Sie das Konto noch in Österreich an und notieren Sie die Zugangsdaten sicher.
- Apps installieren: Laden Sie die App auf jedes Gerät, das Sie mitnehmen, also Smartphone, Laptop und eventuell Tablet.
- Verschleierung einschalten: Stellen Sie das passende Protokoll oder die passenden Server ein, wie im nächsten Abschnitt beschrieben.
- Testverbindung machen: Verbinden Sie sich zu Hause einmal mit genau dieser Einstellung, damit Sie wissen, dass alles klappt.
- Apps aktualisieren: Installieren Sie kurz vor der Abreise alle Updates, denn in China ist das oft schwierig.
- Zweite Möglichkeit einplanen: Richten Sie wenn möglich zwei Anbieter ein. Fällt einer aus, haben Sie eine Reserve.
Was Sie sonst noch vorbereiten sollten
Ein VPN ist nur ein Teil der Vorbereitung. Laden Sie Karten, Reiseunterlagen und Buchungsbestätigungen vorher auf Ihr Gerät, damit Sie sie auch ohne Verbindung öffnen können. Speichern Sie wichtige Telefonnummern, etwa die Ihres Hotels und Ihrer Airline, direkt im Telefonbuch. Sagen Sie Familie und Kollegen in Österreich, dass Sie unter Umständen nicht über die gewohnten Apps erreichbar sind, und vereinbaren Sie im Zweifel einen Weg, der auch ohne VPN funktioniert, zum Beispiel einen normalen Anruf oder eine SMS.
Prüfen Sie auch, wie viele Geräte Ihr Abo erlaubt. NordVPN, ExpressVPN und Proton VPN erlauben 10 Geräte gleichzeitig, das reicht für die meisten Familien auf Reisen.
VPN in China: Schritt für Schritt einschalten
Die genauen Menünamen hängen von der App und der Sprache ab. Wir nennen sie so, wie sie in den Hilfeseiten der Anbieter stehen.
NordVPN
Laut der NordVPN-Anleitung zum Verbinden mit verschleierten Servern gehen Sie so vor. Am Windows-PC oder Mac scrollen Sie in der Serverliste bis zu „Specialty servers“ und klicken auf „Obfuscated Servers“. Am Smartphone tippen Sie auf dem Startbildschirm auf „Specialty Servers“ und dann auf „Obfuscated“. Über die drei Punkte daneben wählen Sie ein bestimmtes Land.
Proton VPN
Bei Proton VPN wählen Sie das Protokoll Stealth. Am Android-Handy tippen Sie dafür auf das Menü, dann auf „Settings“, „Advanced“ und „Protocol“. Am iPhone geht der Weg über „Settings“, „Security options“ und „Protocol“. Unter Windows finden Sie es im Menü unter „Settings“, „Connection“ und „Protocol“. In der deutschsprachigen App heißen die Punkte entsprechend übersetzt.
Wenn die Verbindung abbricht
- Wechseln Sie auf einen anderen Server oder ein anderes Land in der Nähe.
- Bei Proton VPN wechseln Sie zwischen Stealth und dem Smart-Protokoll.
- Schließen Sie die App ganz und starten Sie sie neu.
- Versuchen Sie es später noch einmal, denn Sperren schwanken oft je nach Tageszeit und Lage.
VPN China Erfahrungen: realistische Erwartungen
Erfahrungen von Reisenden gehen weit auseinander. Manche surfen wochenlang ohne Probleme, andere kommen kaum durch. Das hängt vom Ort, vom Netz im Hotel und von politischen Ereignissen ab, zu denen die Sperren oft verschärft werden. Auch Proton schreibt offen, dass kein VPN-Dienst in China eine hundertprozentige Zuverlässigkeit garantieren kann.
Rechnen Sie außerdem mit langsameren Verbindungen. Videotelefonie nach Hause klappt oft nur mit Abstrichen, und große Downloads dauern lang. Planen Sie wichtige Dinge wie Bankgeschäfte, Flugbuchungen oder Online-Check-in deshalb möglichst vor der Abreise.
Warum Gratis-VPNs selten reichen
Viele kostenlose VPN-Apps bieten keine Verschleierung und werden in China schnell erkannt. Dazu kommen Datenlimits und wenige Standorte. Eine Ausnahme ist Stealth bei Proton VPN, das laut Proton auch gratis verfügbar ist. Für eine längere Reise ist ein Bezahltarif mit Geld-zurück-Garantie trotzdem meist die verlässlichere Wahl.
Wenn Sie beruflich reisen, fragen Sie zuerst in Ihrer Firma nach. Viele Unternehmen haben eigene Regeln und Lösungen für Dienstreisen nach China. Wie ein VPN grundsätzlich arbeitet, erklärt unser Ratgeber Was ist ein VPN?, und für das Hotel-WLAN unterwegs hilft der Ratgeber VPN im öffentlichen WLAN.
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Häufige Fragen
Ist ein VPN in China erlaubt?
Die Nutzung ist rechtlich eingeschränkt. Seit 2017 brauchen VPN-Anbieter in China eine staatliche Genehmigung. Informieren Sie sich vor der Reise und halten Sie sich an die Gesetze vor Ort.
Welcher VPN funktioniert in China?
Das ändert sich laufend. Gute Chancen haben Dienste mit Verschleierung, etwa NordVPN mit verschleierten Servern oder Proton VPN mit dem Protokoll Stealth. Eine Garantie gibt es bei keinem Anbieter.
Kann ich ein VPN noch in China herunterladen?
Meist nicht. Die Websites vieler Anbieter sind gesperrt, und im chinesischen App Store fehlen die meisten VPN-Apps. Installieren und testen Sie das VPN deshalb noch in Österreich.
Gibt es einen kostenlosen VPN für China?
Proton VPN bietet das Protokoll Stealth laut eigener Angabe auch im kostenlosen Tarif an. Gratis-Tarife haben aber Grenzen, und auch hier gibt es keine Garantie, dass die Verbindung in China klappt.
Was tun, wenn das VPN in China nicht verbindet?
Wählen Sie einen anderen Server, wechseln Sie das Protokoll, starten Sie die App neu und versuchen Sie es später erneut. Ein zweiter, vorher eingerichteter Anbieter ist eine gute Reserve.
Ist das Internet in China mit VPN langsamer?
Ja, meist deutlich. Videotelefonie und große Downloads klappen oft nur eingeschränkt. Erledigen Sie wichtige Dinge wie Bankgeschäfte möglichst vor der Abreise.
